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Rother Ochsen in Stein am Rhein



Unser Team 2011



Steiner Anzeiger

28. September 2010

"Wir sind hier gut aufgenommen"

Die erfahrenen Gastronomen Hansruedi Schwertfeger und Roberto de Càrdenas führen seit drei Monaten die Weinstube "Zum Rothen Ochsen".

Die einladende Gartenwirtschaft vor der im 15. Jahrhundert erstmals als Bürger- und Weinhaus von Stein am Rhein urkundliche erwähnten Weinstube ist gut besucht und scheint auch ein beliebter Treffpunkt zu sein. Eine Familie genießt am späten Nachmittag ein Käsefondue, am Nachbartisch wird auf ein erfolgreiches Ereignis angestoßen. Roberto de Càrdenas, einer der beiden Gastgeber der Weinstube mit besonderem Ambiente und viel historischen Charme, freut sich über die zahlreichen Besucher im Städtchen. Zusammen mit seinem Partner Hansruedi Schwertfeger - er ist für die Küche zuständig - führt er nach kurzem Unterbruch seit 1. Juli die traditionelle Weinstube "Zum Rothen Ochsen". Darauf aufmerksam wurden sie durch einen Weinlieferanten. "Das schöne Lokal, die überschaubare Größe und das schöne Städtchen haben uns überzeugt", schwärmt de Càrdenas. Zuvor haben sie im zürcherischen Rüeschlikon ein Restaurant geführt, und der eine oder andere Gast kennt die beiden noch vom Schloss Herblingen. "Wir wurden gut aufgenommen", lautet denn auch die Bilanz nach einem Vierteljahr. Ein Blick in die Speisekarte zeigt ein abwechslungsreiches Angebot, von Quiche Lorraine bis zu frischen Kalbsleberli, welche übrigens durchgehend von 11.30 Uhr bis 21,30 Uhr für den großen wie auch den kleinen Hunger gilt. Während sich das Käsefondue mit Kartoffeln und Brot schon weit oben auf der Beliebtheitsskala befindet, schätzen die Gäste auch das wechselnde Angebot an Menüs und Tagesspezialitäten mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. "Wir beziehen unsere Produkte vom Brot über das Fleisch bis zum Wein vorwiegend aus der Region, betonen die beiden Wirte und freuen sich, wenn sie vermehrt auch die Einheimischen und die Vereine als Gäste gewinnen dürfen. "Im Handyzeitalter genügt ein kurzer Anruf, damit wir genügend Zeit zur Vorbereitung haben". Mittlerweile haben sich die beiden gut eingelebt, sind auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung und möchten das "No es Wili" einmal hautnah miterleben. Und beeinflusst durch die Zeit im Schloss Herblingen soll auch während der Märlistadt die Fassade der Weinstube im weihnachtlichen Lichterglanz leuchten. Wenn das nicht ein gutes Omen ist. Am Dienstag, 26. Oktober, laden die Gastgeber vor allem die Steiner Bevölkerung von 11 bis 20 Uhr zu einem Kennenlerntag in die Weinstube ein. (Sr.)



03.09.2010

"Das ist genau das Richtige für uns"

Ein erfahrenes Duo führt nun das gastronomische Zepter im traditionsreichen "Rothen Ochsen" in Stein am Rhein.

Eine kurze Zeit lang war der "Rothe Ochsen" geschlossen, da Wirtin Anja Fricker aufgehört hatte. Seit Juli aber ist die traditionsreiche Weinstube nicht mehr verwaist. Hansruedi Schwertfeger und Roberto de Càrdenas heißen die neuen Wirte, die beide ausgewiesene gastronomische Fachleute und sozusagen "alte Hasen" sind. Denn die beiden haben, lang ist's her und nur die älteren Semester werden sich erinnern, einst das Schloss Herblingen geführt und sich vor allem mit den Hochzeitsfeiern einen Namen gemacht. Zwischen- zeitlich haben die Herren an diversen anderen Orten gewirkt, stets in der Gastronomie. Zuletzt waren sie in Rüschlikon im Kanton Zürich, wo sie zusammen ein Restaurant geführt haben. "Es war noch etwas grösser als der ‹Ochsen›", sagt de Càrdenas. Durch einen ehemaligen Kollegen und Weinhändler haben sie erfahren, dass das Steiner Weinlokal frei wird. Und da ihnen der Sinn nach Veränderung stand, haben sie beschlossen, das Lokal anzusehen. Sie waren begeistert. "Genau das Richtige für uns", sagt Càrdenas, und dann kamen die Dinge ins Rollen. Mittlerweile haben die beiden sich schon eingelebt und auch eine Wohnung in Stein am Rhein gefunden. "Wir haben also vor, länger hier zu bleiben", sagt Schwertfeger. Er ist in der Küche der Chef, derweil Cardenas der "Tätschmeister" im Lokal ist und das Administrative übernimmt. Unterstützt werden die beiden von einer Servicefachkraft und nach Bedarf von Aushilfen, die stunden- weise kommen.

Zwar will man mit der Menükarte im Sommer auch die Touristen ansprechen, "aber wir wollen", so betont Càrdenas, "vor allem auch ein gastlicher Ort für die Steiner sein". Und offen für die Vereine. "Das wäre schön", meinen die beiden, die Wert auf eine saisonal ausgerichtete Menükarte legen. "Wir beziehen Fleisch, Brot und Weine von den lokalen Geschäften und Produzenten", sagt de Càrdenas. So findet man denn auch diverse Staaner Weine zu günstigen Preisen auf der Karte, dazu Tessiner, spanische, italienische und französische Tropfen. "Weine aus der Alten Welt lautet unsere Devise", sagt Càrdenas. Also keinen Rebensaft aus Südafrika, Australien oder Chile. Dafür brauche man Kerosin zum Transportieren, und das sei unnütz. "Wir haben sehr viele Weine im Offenausschank, und zum Teil kosten sie gleich viel wie ein Mineralwasser oder der Kaffee. Darüber hinaus müsse man den Gästen auch kulinarisch etwas bieten, sagen die beiden. Und weil man eine Weinstube ist, gibt es zwar täglich ein wechselndes Menü, Tagesspezialitäten mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch, dazu aber auch viele Gerichte für den kleinen Hunger wie Quiches, Suppen, Läberli oder Pilze. Neu sogar auch Fondue mit einer Spezialmischung von Chäs-Graf. Im Sommer gibt es natürlich diverse Salatteller, "aber im Herbst werden wir dies ändern", meint Küchenchef Schwertfeger. Da stehe den Leuten der Sinn nach etwas anderem. Man muss sich auch da wieder saisonal orientieren. "Wir müssen den Leuten etwas bieten und vermitteln, dass es sich lohnt, zu uns zu kommen", meinen die Gastronomen. Keine Frage, der Ochsen ist wieder attraktiv; gastronomisch und natürlich vom Interieur her. Gut, dass seine Türen nicht lange geschlossen waren. (E. F.)

Roberto de Càrdenas
Telefon 0041 +52 741 23 28

weinstube@rother-ochsen.ch